Photovoltaik-Anlagen und Feuerwehr
Die Zahl der auf privaten und öffentlichen Gebäuden verbauten Photovoltaik-Anlagen (kurz: PV-Anlagen) steigt stetig. Seit 2003 hat sich die Gesamtfläche der in Deutschland installierten PV-Anlagen verdoppelt. Für die Feuerwehren steigt damit auch die Wahrscheinlichkeit, bei Einsätzen auf Objekte mit installierten PV-Anlagen zu treffen.
Aktuell wird in den Medien von einem Wohnhausbrand in Schwerinsdorf (Landkreis Leer) berichtet. Den Medienberichten zu Folge hat die Feuerwehr der Samtgemeinde Hesel die Löscharbeiten zunächst nicht weiter fortgeführt, da von der PV-Anlage eine zu große Gefährdung für die Einsatzkräfte ausgegangen sei. Als Folge der "Tatenlosigkeit" wurde aus dem anfänglichen Zimmerbrand der Totalverlust des Wohnhauses.
Aufgrund der Medienberichte und der damit verbundenen Diskussionen auch in Fachforen im Internet hat der stellv. Gemeindebrandmeister der Samtgemeinde Hesel Sirke Siebens, der auch Einsatzleiter des diskutierten Einsatzes war, eine Stellungnahme veröffentlicht. Demnach sei der Zimmerbrand bereits unter Kontrolle gewesen und Einsatzkräfte hätten bei der Nachkontrolle des Obergeschosses mit einer Wärmebildkamera zahlreiche Glutnester und Temperaturen von 500 bis 600 Grad Celsius hinter den Holzvertäfelungen festgestellt. Trotz eines umgehend massiv verstärkten Innenangriffs seien die Temperaturen und die Rauchentwicklung weiter extrem angestiegen. Nach ca. 1,5 Stunden Einsatzdauer sei es dann zu einer Rauchgasdurchzündung und einem daraus resultierenden Temperaturanstieg auf über 1.000 Grad Celsius gekommen. Die Einsatzleitung befahl den Einsatzkräften daraufhin den sofortigen Rückzug, da eine Brandbekämpfung im Innenangriff zu risikoreich wurde.
Zur Stellungnahme des Einsatzleiters Sirke Siebens
Entgegen der Medienberichte war also nicht die PV-Anlage ursächlich für den Totalverlust des Gebäudes, sondern vielmehr die Leichtbauweise des Wohnhauses und die damit verbundene schwierige Brandbekämpfung.
Dennoch sollten Besitzer von Photovoltaik-Anlagen die Feuerwehr über das Vorhandensein dieser Anlagen und die örtlichen Gegebenheiten informieren, damit im Schadensfall (und das kann auch mal ein auf das Haus gestürzter Baum oder ein mit Wasser vollgelaufener Keller sein) sofort effektive Hilfe geleistet werden kann.
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Besonderheiten von Photovoltaik-Anlagen PV-Anlagen wandeln Lichtenergie in elektrische Energie um. Die Solarzellen der Module sind immer dann aktiv, wenn Licht auf die Module fällt. Selbst Mondlicht oder das Licht von Straßenlaternen reicht oftmals aus, um die Solarzellen zu aktivieren. Somit können PV-Anlagen grundsätzlich nicht ausgeschaltet werden.
Grundsätzlich muß also davon ausgegangen werden, daß eine PV-Anlage unter Spannung steht. Unter Einhaltung der Mindestabstände gem. DIN VDE 0132 "Brandbekämpfung im Bereich elektrischer Anlagen" ist aber ein gefahrloses Arbeiten möglich, siehe auch Info-Blatt der FUK. |